Berufliche Neuorientierung

Umschulung? Ja, das ist eine gute Sache! Das habe ich auch gemacht. Aber jetzt erst einmal von Anfang an. Mein Name ist Andrej Geiger, ich bin 35 Jahre alt und arbeite mittlerweile schon im dritten Jahr bei SWG in der Technik als Technischer Produktdesigner. Vorher habe ich insgesamt 12 Jahre als Zimmermann gearbeitet. Aufgrund gesundheitlicher Probleme fiel mir der Job stetig schwerer und ich sah keine Zukunft mehr in diesem Beruf. Da erinnerte ich mich an einen Bekannten, der einmal von seiner Umschulung erzählte. Bei der Bundesagentur für Arbeit würde ich Informationen bekommen.
Anfangs war es schon etwas komisch zum Arbeitsamt zu gehen, schließlich hatte ich ja einen Job. Doch hier konnte man mir wirklich weiterhelfen. Es wurde mir ein Umschulungszentrum in Heidelberg empfohlen. Und ich stellte fest, dass es wirklich eine ganze Reihe von Umschulungsberufen gibt. Ich war mir zu Beginn nicht sicher, ob der Technische Produktdesigner wirklich das Richtige für mich ist, aber das wollte ich herausfinden. Im Umschulungszentrum durfte ich in verschiedene Berufe reinschnuppern und konnte dann entscheiden, welchen Beruf ich in Zukunft ausüben möchte.

Im Endeffekt habe ich mich dann doch für den Technischen Produktdesigner entschieden und nach einem Unternehmen gesucht, das die Möglichkeit für eine Umschulung in diesem Bereich anbietet. So bin ich bei R. STAHL gelandet. Die Umschulung hat insgesamt zwei Jahre gedauert und ich bin ganz normal zur Berufsschule gegangen. Diese Zeit war nicht einfach für mich und meine Familie. Zum einen musste ich für die Schule lernen und zum anderen hatte ich zuhause eine Familie zu versorgen. Da ist es nachvollziehbar, dass wir mit zwei Kindern über die Zeit der Umschulung etwas knapp bei Kasse waren. Doch auch das haben wir hinbekommen. Das Arbeitsamt hat mich finanziell unterstützt und von R. STAHL habe ich zusätzlich einen Zuschuss erhalten. Im Unternehmen habe ich, wie alle anderen Azubis auch, am Metall- und Elektrogrundkurs teilgenommen und verschiedene Abteilungen durchlaufen. Klar war der Altersunterschied teils sehr groß. Schließlich war ich doch einige Jahre älter, als die anderen Azubis, die zum Teil bereits mit 15 Jahren ihre Ausbildung beginnen. Da fand es meine Frau auch etwas komisch, dass ich bei den Einführungstagen mit all den Jugendlichen zum Zelten ging. Aber auch das gehört eben zu einer Umschulung dazu. Und es hat mir bei R. STAHL ja auch richtig gut gefallen, ich habe mich sehr gut mit den Ausbildern und den anderen Azubis verstanden. Daher habe ich auch nach meiner Ausbildung noch den Azubisporttag, der jedes Jahr von R. STAHL und SWG organisiert wird, besucht.

Aus den dort geführten Gesprächen ergab sich für mich die Möglichkeit, mich bei SWG zu bewerben. Gesagt, getan. Und ich erhielt eine Zusage. So ging es bei mir nach meiner Umschulung weiter. Zwar nicht bei R. STAHL, dafür aber bei der Firma SWG, welche mir durch die beiden Unternehmen bereits bekannt war. Das erleichterte mir den Einstieg sehr.

Nun arbeite ich schon im dritten Jahr als Technischer Produktdesigner bei SWG und erstelle Zeichnungen von Produkten und Ersatzteilen für Maschinen. Das gefällt mir sehr gut. Für mich hat sich die Umschulung also definitiv gelohnt. Mir geht es nun gesundheitlich deutlich besser. Mit der Gleitzeit bin ich sehr flexibel und kann morgens auch die Kinder noch in die Schule bringen. Das ist ein sehr großes Plus. Ich bin sehr froh, diesen nicht ganz einfachen Weg gegangen zu sein!
Jedem, der ernsthaft über eine Umschulung nachdenkt, empfehle ich den Wechsel und die damit verbundenen Hürden auf sich zu nehmen. Schließlich tut man etwas für seine eigene Zukunft. Den Rest seines Lebens in einem Beruf zu verbringen, der einem nicht gut tut, ist für mich keine Alternative.

 

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